Initiative zur Förderung der Wirtschaftskompetenz

im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) e.V.Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) e.V. 

 
 


4. Hoch­wertige Bildung

Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern


Die angestrebten Ziele bei diesem SDG sind stark auf die Entwicklungsländer zugeschnitten. Die Bildung in Deutschland steht im internationalen Vergleich relativ gut dar. Es gibt aber deutliche Verbesserungspotentiale.

Eine gerechte Bildung ist Voraussetzung für eine gerechte Gesellschaft und eine ebenfalls gerechte Wirtschaft. Sie bietet allen Menschen ohne Berücksichtigung der Herkunft, Religion, des Geschlechts, Einkommens oder der sozialen Umgebung gleiche Chancen.

Die Inhalte dieser Webseite sind vor allem auf die schulische Bildung fokussiert und damit auf die Erreichung von definierten Bildungszielen und die Erfüllung von Lehrplänen.  Außerschulische Lernangebote kommen ergänzend hinzu, diese werden aber teilweise in Deutschland ehrenamtlich organisiert und sind damit nicht an Lehrpläne gebunden.

Die Unterziele

Die Unterzeile richten sich vor allem auf die Situation in den ärmeren Ländern. Deutschland hat ein vergleichbar gutes Bildungssystem, wenn es auch an vielen Stellen Defizite aufweist.

Unterziel 1 

Bis 2030 sicherstellen, dass alle Mädchen und Jungen gleichberechtigt eine kostenlose und hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung abschließen, die zu brauchbaren und effektiven Lernergebnissen führt

Dieses Unterziel gilt für Deutschland nicht, weil es als erreicht betrachtet werden kann.

Unterziel 2 

Bis 2030 sicherstellen, dass alle Mädchen und Jungen Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Erziehung, Betreuung und Vorschulbildung erhalten, damit sie auf die Grundschule vorbereitet sind.

Dieses Ziel ist für Deutschland erreichbar.

Unterziel 3 

Bis 2030 den gleichberechtigten Zugang aller Frauen und Männer zu einer erschwinglichen und hochwertigen fachlichen, beruflichen und tertiären Bildung, einschließlich universitärer Bildung gewährleisten

Dieses Ziel wird in Deutschland erreicht.

Unterziel 4 

Bis 2030 die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen wesentlich erhöhen, die über eine fachliche und berufliche Qualifikation verfügen, die eine menschenwürdige Arbeit und Unternehmertum ermöglichen.

Auch dieses Unterziel ist für Deutschland erreichbar. Aber man kann hier auf die Schulabbrecher eingehen. Siehe Abschnitt   XXXXX

Unterziel 5 

Bis 2030 geschlechtsspezifische Disparitäten in der Bildung beseitigen und den gleichberechtigen Zugang der Schwachen in der Gesellschaft, namentlich von Menschen mit Behinderungen, Angehörigen indigener Völker und Kindern in prekären Situationen, auf allen Bildungs- und Ausbildungsebenen gewährleisten

Dieses Unterziel gilt für Deutschland nur bedingt.

Unterziel 6 

Bis 2030 sicherstellen, dass alle Jugendlichen und ein erheblicher Anteil der männlichen und weiblichen Erwachsenen lesen, schreiben und rechnen lernen

Dieses Unterziel kann in Deutschland als erreicht betrachtet werden, auch wenn es eine geringe Rate an Analphabetismus gibt. Siehe Abschnitt XXXX

Unterziel 7 

Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein wichtiges Ziel für Deutschland. Siehe Abschnitt XXXX

Unterziel 4.a 

Bildungseinrichtungen bauen und ausbauen, die kinder-, behinderten- und geschlechtergerecht sind und eine sichere, gewaltfreie, inklusive und effektive Lernumgebung für alle bieten

Die Bausubstanz vieler Schulen in Deutschland ist stark renovierungsbedürftig. Das Thema wird im Abschnitt XXXX behandelt.

Unterziel 4.b 

Bis 2020 weltweit die Zahl der verfügbaren Stipendien für Entwicklungsländer, insbesondere für die am wenigsten entwickelten Länder, die kleinen Inselentwicklungsländern und die afrikanischen Länder, zum Besuch einer Hochschule, einschließlich zur Berufsbildung und zu Informations- und Kommunikationstechnik-, Technik-, Ingenieurs- und Wissenschaftsprogrammen, in entwickelten Ländern und in anderen Entwicklungsländern wesentlich erhöhen

In Deutschland gibt es nur wenige private Institutionen, die Stipendien für Kinder und Jugendlichen für den Schulbesuch im Heimatland gewähren.

Unterziel 4.c 

Bis 2030 das Angebot an qualifizierten Lehrkräften unter anderem durch internationale Zusammenarbeit im Bereich der Lehrerausbildung in den Entwicklungsländern und insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern und kleinen Inselentwicklungsländern wesentlich erhöhen

In Deutschland gibt es keine Programme, die gezielt auf die Ausbildung von LehrerInnen aus ärmeren Ländern gerichtet sind gibt es nicht.

Struktur und Verantwortung der Bildung in Deutschland

In Deutschland liegt nach dem Grundgesetz die Bildung in der Verantwortung der Länder.

Daraus hat sich ergeben, dass eine Vielzahl an Kompetenzen und Verantwortlichkeiten in diesem Bereich entstanden ist.

Die Verantwortung für die Schulen liegt einerseits grundsätzlich bei den Ländern. Hier werden Bildungsinhalte festgelegt und die Finanzmittel bereitgestellt. Auf der Ebene der Kreise wird andererseits die Personalarbeit organisiert und die Kontrolle über das Prüfungswesen ausgeübt. Die Städte und Gemeinden sorgen wiederum im Schulsystem für die Gebäude und die erforderliche Infrastruktur.

Ein Dialog zwischen den MinisterInnen bzw. SenatorInnen auf Landesebene findet in der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kurzform: Kultusministerkonferenz, Abk. KMK) statt. Es handelt sich um ein freiwilliges Koordinationsgremium ohne unmittelbare Rechtsbefugnisse.

In Deutschland gibt es etwa 32.300 allgemeinbildende und berufliche Schulen. Die wichtigsten Formen sind:

Grundschulen 15.430

Gymnasien   3.140

Förderschulen   2.820

Integrierte Gesamtschulen   2.130

Hauptschulen   1.915

Realschulen   1.781

Dies bedeutet, etwa die Hälfte der Schulen sind Grundschulen.

Alle Schulen beherbergen knapp 11 Mio. SchülerInnen und dort lehren an die 782.600 Lehrkräfte.

Anzahl Schulen in Deutschland, Link: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/235954/umfrage/allgemeinbildende-schulen-in-deutschland-nach-schulart/

SchülerInnen in Deutschland, Link: 

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/201496/umfrage/anzahl-der-lehrer-in-deutschland-nach-bundeslaendern/


Inklusion

Eine wichtige Änderung des Grundgesetzes in Hinblick auf die Bildung erfolgte im Jahre 1994. Im Artikel 3 wurde festgelegt, dass alle Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, Rasse, politische Anschauung vor dem Gesetz gleich sind und somit alle das gleiche Recht auf Bildung haben.

Im Jahre 2008 verabschiedeten die Vereinten Nationen die UN-Behindertenrechtskonvention, in der die universellen Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen spezifisch angesprochen wurden. Diese besitzen ein uneingeschränktes und selbstverständliches Recht auf Teilhabe. Basierend auf dieser Konvention und dem Art. 3 des Grundgesetzes verabschiedete der Bundestag 2016 das Bundesteilhabegesetz. Es ging um eine Präzisierung der Teilhabe aller Menschen an allen Aktivitäten in der Gesellschaft. Dies bedeutet, dass in die Schule das Prinzip der Inklusion einzog. Die Länder mussten das Gesetz implementieren. Dafür wurden auch Mittel seitens des Bundes zur Verfügung gestellt.

Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen oder psychischen Förderbedarf dürfen nicht mehr von der Regelschule ausgeschlossen werden. Einige Bundesländer schlossen die Förderschulen und damit sollte die Inklusion Realität werden. Aber die Ergebnisse der Inklusion sind nicht immer überzeugend und die Diskussion für und wider Inklusion bleibt. Es gibt zwei Positionen: 1. Kinder mit Förderbedarf bzw. verhaltensauffällige Kinder lernen besser in der Klasse mit „normalen“ Kindern und diese leisten genau so viel wie andere Kinder in vergleichbaren Schulen ohne Inklusion. Und die 2. Position ist, dass die Kinder mit Behinderungen den Lernprozess in der Klasse stören könnten – weder sie noch die anderen Kinder sind zufrieden und keiner kann richtig den Unterricht verfolgen.

Bei allen Änderungen des Grundgesetzes bleiben die Länder in der Verantwortung für die Bildung. Nur in besonderen Fällen ist Kooperation bei wissenschaftlichen Vorhaben zugelassen. Grundsätzlich ist die Finanzierung der Bildung Ländersache.

Qualität der Schulbildung

Zur Betrachtung der Qualität der Bildung in Deutschland werden die Ergebnisse der PISA-Studie herangezogen.

Nach der PISA Studie 2020 liegt Deutschland am Platz 20 der weltweiten Skala.

Die Lesekompetenz der SchülerInnen liegt bei 498 (Maximum 600), in Mathematik bei 500 und bei Naturwissenschaften bei 503 Punkten. Damit liegt Deutschland oberhalb des Mittelwertes der OECD, aber noch weit entfernt von der Spitzenländern mit Bewertungen knapp unter 600 Punkten. Die Leistungen der deutschen Schüler*Innen stiegen bis 2012 an. Aber bis 2018 gab es einen Rückgang.

SchülerInnen mit ungünstigem sozioökonomischem Hintergrund erreichten durchschnittlich 9 Punkte weniger bei der Lesekompetenz. Der Unterschied zwischen den 25% besseren aus der Gruppe der SchülerInnen ohne sozioökonomische Benachteiligung und ebenfalls den 25% der schlechter gestellten SchülerInnen liegt bei 113 Punkten. Aber dennoch schafften 10% aus den schwächeren sozioökonomischen Schichten den Anschluss an die Leistungen der besseren aus der nicht benachteiligten Gruppe.

Der Anteil der SchülerInnen mit Migrationshintergrund stieg in Deutschland zwischen 2009 und 2018 von 18% auf 22%. Die Hälfte dieser SchülerInnen ist sozioökonomisch benachteiligt. Zwischen SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund besteht im Bereich Lesekompetenz ein Leistungsabstand von 63 Punkten. Allerdings konnten sich 16% der SchülerInnen mit Migrationshintergrund trotz ihrer relativen sozioökonomischen Benachteiligung im obersten Bereich der Leistungsverteilung platzieren.

Qualität der Bildung in Deutschland PISA, Link: http://www.oecd.org/berlin/themen/pisa-studie/PISA2018_CN_DEU_German.pdf

Qualität Bildung PISA, Link: http://www.oecd.org/berlin/themen/pisa-studie/

Die Faktoren, die bezüglich der Bildung in Deutschland eine große Wirkung haben, können wie folgt gegliedert werden:

Schulsysteme der Bundesländer

In den verschiedenen Bundesländern gibt es unterschiedliche Schulsysteme, die nicht immer miteinander kompatibel sind. Die Schulsysteme werden von den Bundesländern bestimmt und die entsprechenden Lehrpläne ebenfalls von den Länderministerien erlassen.

Die Vielfalt der Schulsysteme in Deutschland zeigt sich u. a. in der Gestaltung der Grundschulzeit. In den meisten Bundesländer beträgt die Grundschulzeit 4 Jahre. Nur in Berlin und Brandenburg beträgt diese 6 Jahre. In den benachbarten europäischen Ländern beträgt die Grundschulzeit jeweils einheitlich zwischen 5 und 9 Jahren.

Das Schulsystem hat eine wichtige Bedeutung bei der Entstehung einer gerechten Bildung. Seit der 60er Jahre haben Kinder mit geistigen Behinderungen einen Anspruch auf schulische Bildung. So entstanden die Sonderschulen. Es waren im damaligen Sprachgebrauch „allgemeinbildende Pflichtschulen für Lernbehinderte, für körperlich oder geistig behinderte oder für schwer erziehbare Kinder und Jugendliche“.

Der nächste Schritt war die Einführung des Begriffes „Förderschule“ in vielen Bundesländern. Damit sollte deutlich gemacht werden, dass Kinder mit Behinderungen nicht ausgesondert werden dürfen.

Link: https://taz.de/Regelschule-vs-Sonderschule/!5426787/

Die Schulform ist ein wichtiges Element bei der Umsetzung von Chancengleichheit. Mit steigender Zahl an SchülerInnen mit ausländischem Hintergrund oder darüber hinaus mit Migrationserfahrung sind diese Kinder allein durch fehlende Sprachkenntnisse benachteiligt gegenüber den Kindern von deutschen Eltern oder von Familien ausländischer Herkunft aber schon lange in Deutschland. Sie haben einen schwierigen Start und am Ende der Grundschulzeit zeigen viele von ihnen deutliche Defizite. Die Folge davon ist, dass diese Kinder selten auf Gymnasien bzw. Realschulen gehen. Bei einer Grundschulzeit von sechs Jahren könnten die Anfangsschwierigkeiten – begleitet durch geeignete Maßnahmen zur Integration – ausgeglichen werden.  Man sollte auch den deutschen „Spätzündern“ eine weitere Chance geben.


Finanzierung  

Die Ausgaben für die schulische Bildung betragen nach dem Bildungsfinanzbericht 2020 € 170 Mrd. Den höchsten Anteil mit € 106,2 Mrd. tragen die Länder, gefolgt von den Gemeinden mit € 33,1 Mrd. und dem Bund mit € 21.3 Mrd.

Diese Ausgaben sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Im Jahre 2010 betrug die Gesamtsumme € 120 Mrd. und erreichte etwa 5 % des BIPs. Bei der letzten Angabe von 2017 erreichte der Wert 5,1% des BIPs.

Bildungsfinanzbericht 2020. Link: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsfinanzen-Ausbildungsfoerderung/Publikationen/Downloads-Bildungsfinanzen/bildungsfinanzbericht-1023206207004.pdf;jsessionid=B5689C8DE772E69475971363D7ACD5C7.live731?__blob=publicationFile

Hinzu kommt die finanzielle Förderung des Bildungssystems auf Bundesebene, um die Innovationen an Schulen langfristig zu verbessern. In der Vergangenheit wurde die Trennung zwischen den Zuständigkeiten des Bundes und der Länder sehr streng gehalten und es flammten immer wieder Diskussionen über das Für und Wider des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern auf. Die letzte Änderung der Verfassung hinsichtlich der Lockerung dieser Trennung erfolgte im März 2019. Es ging um die Zulassung der Finanzierung des „DigitalPakts Schule“ (kurz Digitalpakt) zur Beschaffung von Hardware für die Schulen. Dafür stellte der Bund € 5 Mrd. als Basis-Förderung. Es folgten drei weitere Corona-Hilfen von je € 500 Mio. zur Verfügung. Zusammen mit dem Digitalpakt wurde auch die Erleichterung der Finanzierung von Renovierungsprojekten in Schulen durch den Bund festgelegt.

Die erste Summe wurde in Mai 2019 beschlossen und soll bis 2024 abgerufen sein. Diese Summe ist vor allem für die digitale Infrastruktur in den Schulen, für Lehrprogramme, Lehrplattformen, Digitaltafeln usw. bestimmt. Die erste Corona-Hilfe wurde in Juli 2020 auf dem Weg gebracht.

Die Umsetzung läuft vor allem aus bürokratischen Gründen und Personalmangel zäh. Bis Mai 2021 wurden Anträge in Höhe von € 1,4 Mio. gestellt und abgeflossen sind € 853 Mio.

Digitalisierung Schule, Link: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/was-hat-der-digitalpakt-schule-bislang-gebracht/

Die Kommunen waren in der Vergangenheit chronisch unterfinanziert und z.T. ist es weiterhin so. Dies ist einer der Gründe für eine sehr unterschiedliche Ausstattung von Schulen. In den Vierteln mit Besserverdienenden sind die Eltern in der Lage, finanzielle Defizite bei der technischen Ausstattung der Schule durch Spenden auszugleichen und sogar Erhaltungsmaßnahmen zu übernehmen. Darüber hinaus sind diese Kommunen finanziell besser ausgestattet als die Kommunen, wo Menschen mit niedrigen Einkommen leben (Erhebung der Einkommenssteuer).


Infrastruktur

Die Infrastruktur besteht (neben dem Einsatz von Schulbussen) vor allem aus den Gebäuden, in denen die Schulen untergebracht sind. Die Kosten trägt die jeweilige Kommune. In einigen Fällen gibt es Zuschüsse des Landes. Auch kann die Kommune die Kosten für das nicht lehrende Personal tragen.

Die Standorte der Schulen sind ein wichtiger Faktor für den Zugang zur Bildung. Höhere Schulen befinden sich häufig in den Vierteln der Städte, wo die Besserverdienenden leben.

Am Beispiel der Stadt Bonn kann man gut erkennen, dass in den attraktiveren Teilen der Stadt mit höheren Grundstückpreisen mehr weiterführende Schule vorhanden sind. (Zwei Karten)

Gutachterausschuss Wohnlage Mietspiegel der Stadt Bonn. Link: https://www.bonn.de/microsite/gutachterausschuss/produkte/wohnlagen-mietspiegel.php

In der Vergangenheit gab es verschiedene Konjunkturprogramme, die zumindest für eine gewisse Zeit Entspannung bei der Instandhaltung von Schulen schafften. Diese Maßnahmen erlauben allerdings keine längerfristige Planung.


LehrerInnen

Die Lehrer/Innen gehen nach dem Studium in das Referendariat, entsprechend den Bestimmungen der einzelnen Bundesländer. Nicht alle Referendariate werde in anderen Bundesländern anerkannt. LehrerInnen tragen eine große Verantwortung für die Qualität der Bildung. Die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung in der Schule und in der Gesellschaft ist Grundlage für ihre Akzeptanz und letztendlich für den Lehr- und Lernerfolgs. Hinzu kommen Erzieherinnen, SozialpädagogInnen und Verwaltungspersonal, die den Schul- und Hortbetrieb unterstützen.

Das Ansehen des Lehrerberufs ist in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gesunken.

Bei einer Befragung aus dem Jahre 2012 nach den besonders wichtigen Berufen für die Gesellschaft kam der Arzt mit 56% an erster Stelle, gefolgt vom Lehrer mit 47%.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlichte 2019 eine Studie, in der das Ansehen der Lehrer auf die 9. Stellen des Rankings abgerutscht war.

Es ist auch Kritik an die Eignung der LehrerInnen für den Lehrberuf aufgetaucht. Prof. Norbert Seibert, Uni Passau, stellte in einer Studie fest, dass etwa 40% der Gymnasiallehrer in Bayern ungeeignet für den Lehrerberuf sind. Die Zurückweisung dieser Kritik seitens des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes folgte sofort.

Wiederspruch des Präsidenten des Lehrerverbandes. Link: https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Schulen-Lehrer-Praesident-weist-Vorwurf-von-Passauer-Paedagogen-zurueck-id60641691.html


Lernmaterial (einschl. digitale Medien)

Die Lernmaterialien werden zum größten Teil von den Eltern bezahlt. Die Kosten, die die Eltern tagen müssen sind von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.

Betrachtet man die Höhe der durchschnittlichen Gesamtkosten pro Bundesland, die von den Eltern für die gesamte Schulzeit getragen werden, fallen starke Unterschiede zwischen den Bundesländern auf. Die Gründe dafür liegen in der föderalistischen Struktur Deutschlands. Jedes Bundesland definiert eigene Regeln für die Finanzierung des Schulessens, des Bücherkaufs oder zur Gestaltung der Hortkosten.

Niedersachsen, Hamburg und Bremen bilden die Top 3 des Länderrankings. In diesen Bundesländern fallen die Ausgaben am höchsten aus, wobei in Niedersachsen ein Schulleben mit 27.300 Euro am teuersten ist. Knapp dahinter rangiert Hamburg mit 26.700 Euro. Familien mit einem schulpflichtigen Kind in der Hansestadt Bremen berappen 24.500 Euro. Grund für die hohen Gesamtkosten sind die vergleichsweise hohen Kosten für den Hort.

Am unteren Ende der Skala stehen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen. Im Laufe eines gesamten Schullebens fallen die Ausgaben in Mecklenburg-Vorpommern mit 14.900 Euro am geringsten aus. Sachsen und Thüringen liegen fast gleich auf, denn für Schulessen und Co. werden jeweils rund 15.000 Euro fällig.

Schulkosten. Link: https://www.idealo.de/info/de/schulkosten/

Überblick der Schulkosten von der 1. Klasse bis zum Abitur bundesweit (idealo.de)

(Datum der Recherche: 11.02.2021)

Im Falle der Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien wurde eine große Ausnahme gemacht. Weil die Kommunen nicht in der Lage waren die Kosten für die Digitalisierung der Schulen zu übernehmen, wurden diese übernommen. Siehe oben, Abschnitt XXX.

Die Corona-Krise hat die Situation in zwei verschiedene Richtungen verschärft. Die digitale Ausstattung der Schulen wäre aber beim Lockdown in Frühjahr und Sommer 2020 eine große Hilfe gewesen, um den Schulbetrieb aufrecht zu halten. Und auf der anderen Seite verzögerte sich die Bearbeitung der Anträge in den Ämtern und Verwaltungen u.a. auf Grund von Personalmangel. Der Beantragungsprozess ist kompliziert und wenig geeignet, schnelle Lösungen hervorzubringen.

Die Corona-Krise hat die Spaltung in der Gesellschaft verstärkt. In 24% der Familien mit geringem Einkommen fehlen nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung internetfähigen Geräte und WLAN. Diese Kinder bleiben beim Homeschooling so gut wie ausgeschlossen.

Während des Lockdowns waren viele Schüler vom Unterricht regelrecht ausgeschlossen. In den Haushalten der benachteiligten sozialen Schichten existierte nicht oder sehr unzureichend die notwendige technische Ausstattung oder die Schüler/Innen konnte diese nicht richtig bedienen, um das Homeschooling umzusetzen.

Beim Lockdown, als die Schüler/Innen zu Hause bleiben mussten, konnten die Kinder im besten Fall von ihren Eltern bzw. von Familienmitgliedern aus der Ferne unterrichtet werden, während die Eltern z. T.  im Homeoffice arbeiten mussten. Familien und Kinder ohne diese Möglichkeiten waren eindeutig benachteiligt.

Die Digitalisierung der Schule ist ursprünglich eine Aufgabe der Kommunen, diese sind aber nicht auf der Höhe der Herausforderung. In einer Studie des Institutes für den öffentlichen Sektor, gefördert von KPMG, stellt sich heraus, dass die Kommunen in Sachen Digitalisierung große Defizite haben.

https://publicgovernance.de/media/Studie_Zukunft_Kommunen.pdf

Und spezifisch zu den Schulen äußerte sich Andreas Schleier, Leiter der PISA-Studien bei der OECD, in einem Interview in der Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung vom 17. Januar 2021, dass die Schulen in Deutschland etwa 10 Jahre zu spät bei der Digitalisierung sind. Die Corona-Krise verschärft die Situation und macht sie sichtbar.

Ranking Bildungsqualität OECD, Link: http://www.oecd.org/berlin/themen/pisa-studie/


SchülerInnen

Alle Bemühungen des Bundes, der Länder und Kommunen, sowie auch der LehrerInnen zielen auf eine gute Bildung aller SchülerInnen ab. Damit dies gelingen kann, ist auch die Einstellung der SchülerInnen und ihrer Eltern gegenüber der Schule, den LehrerInnen und der Bildung insgesamt, entscheidend.

Die Begabung junger Menschen ist in der Population normal verteilt. Auch wenn der Begriff „IQ“ etwas in Verruf geraten ist, kann man feststellen, dass etwa 2% aller SchülerInnen hochbegabt sind. Dies bedeutet, dass es in etwa in zwei Klassen eine/n hochbegabte SchülerIn gibt. Die Herausforderung ist, diese Individuen zu identifizieren und zu fördern.

Hochbegabte Erkennen und Fördern, Link: https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb1/prof/PSY/HBF/begabte_kinder_finden_und_foerdern.pdf

Gleiches gilt aber auch, wenn es um die Feststellung des Förderbedarfs von benachteiligten SchülerInnen geht.

Ein wesentlicher Punkt beim Erfolg der LehrerIn ist die allgemeine Haltung zur Bildung in der Gesellschaft vor allem in der Familie und Umgebung der SchülerInnen. Der Wert der Bildung wird vom sozialen und Bildungsstatus unterschiedlich beurteilt. Gebildete Menschen legen eher Wert auf Bildung als weniger gebildete. Damit sind junge Menschen aus weniger gebildeten Familien oder aus einem Milieu geringerer Bildung benachteiligt. Es sei denn, die Familie erkennt der Wert von Bildung und vermittelt zu Hause die entsprechende Einstellung.

Kommunen unterfinanziert - Schulen, Link:

https://www.boeckler.de/pdf/impuls_2009_08_1.pdf

Schulische Fördervereine, Landesverband Fördervereine, Link: https://www.lsf-aktuell.de

Studie Bertelsmann Stiftung, Kinderarmut- Schule, Link: https://www.n-tv.de/politik/Arme-Kinder-leiden-verstaerkt-in-Corona-Krise-article21925570.html

Bildungsbericht 2020, Link: https://www.bildungsbericht.de/static_pdfs/bildungsbericht-2020.pdf

Bildungsbericht 2020 Kurzfassung, Link: https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2020/pdf-dateien-2020/bbe20-kompakt.pdf

Migrationshintergrund und Leistung in der Grundschule, Link: https://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/978-3-7799-4679-3.pdf


Bildungsgerechtigkeit

Gerechtigkeit steht im Mittelpunkt dieses Dokumentes und Bildungsgerechtigkeit ist ein zentrales Element für eine gerechte Gesellschaft und eine gerechte Wirtschaft.

Nach Erhebungen der OECD ist die Bildung in Deutschland nicht „gerecht“ verteilt. Vor allem die Kinder von Besserverdienenden haben auch bessere Chancen, eine gute Schulbildung zu bekommen.

In Deutschland besteht die allgemeine Schulpflicht - dies bedeutet, dass die SchülerInnen mit dem Bildungssystem konfrontiert werden, ob sie es wollen oder nicht.

Es geht nicht nur um das Anbieten der Bildung als Chance, sondern auch darum, dass diese Chance gut erkennbar und attraktiv ist. Darüber hinaus müssen die Kinder und Jugendliche diese Bildungsangebote für sich umsetzen können. Dazu gehören Lehrkräfte, Methoden, Mittel und Räumlichkeiten. Auch das sozioökonomische Umfeld der Kinder spielt eine Rolle. In einer Familie, die keinen großen Wert auf Bildung legt oder die aus anderen Gründen eingeschränkt leben muss, haben die Kinder keine günstigen Rahmenbedingungen, um das Angebot nutzen zu können.

Die Digitalisierung in der Bildung bietet neue Möglichkeiten des Lehrens und Lernens, die aber weiter detailliert ausgearbeitet werden müssen. Digitalisierte Bildungsangebote bieten z.B.  neue Formen von Gruppenarbeit mit KlassenkameradInnen, ohne neue physische Räume nutzen zu müssen.

Dieser Abschnitt muss ausgearbeitet werden ……

Chancengleichheit in Deutschland, Link: https://www.pedocs.de/volltexte/2011/1504/pdf/Was_heisst_Bildungsgerechtigkeit_D_A.pdf


Die fünf Perspektiven


Du persönlich: Hier werden LeserInnen bzw. der Teilnehmende an einer Veranstaltung angesprochen. Die Hauptfrage ist, ob und wie er/sie sich angesprochen fühlt. Hier werden auch die Meinung der Anwesenden zum jeweiligen SDG und nach spezifischem Wissen der Teilnehmer zum Thema abgefragt. Es stellt sich die Frage, inwiefern der Einzelne Gerechtigkeit in seinen Handlungen zulässt.

Wenn Defizite vorhanden sind - wie könnte er/sie einen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten?

Gehst Du gerne zur Schule?

Warum?

Hast Du Interesse am Lernen?

Welche Fächer magst Du besonders?

Welche Fächer magst Du eher nicht?

Denkst Du, dass alles, was in der Schule gelehrt auch wird, sinnvoll ist?

Kommst Du mit Deinen KameradenInnen gut aus?

Machst Du die Hausaufgaben gerne?

Kannst Du Dir vorstellen, dass es Kinder und Jugendliche gibt, die nicht zur Schule gehen dürfen oder können?

Kennst Du vielleicht Gründe, warum Jungen und Mädchen nicht zur Schule gehen?

Du und ich: Hier werden die Folgen des Handelns der Anwesenden auf andere angesprochen. Es geht um einen Perspektivwechsel. Eine wichtige Frage hier ist, ob der/die Handelnden sich bewusst sind, inwiefern seine/ihre Handlungen eine Ungerechtigkeit anderen Menschen gegenüber verursachen.

Hast Du Freunde in der Schule?

Kanntest Du sie schon vorher?

Wer sitzt in der Klasse neben Dir?

Wie kommst Du mit den Lehrkräften aus?

Bist Du mal gemobbt worden?

Sind SchülerInnen in Deiner Klasse oder in Deiner Schule gemobbt worden?

Sind Maßnahmen ergriffen worden, um die Situation abzustellen?

Struktur: Inwiefern tragen strukturelle Gegebenheiten zur Benachteiligung von Menschen im In- und Ausland bei?

Wie lang ist Dein Schulweg?

Wie kommst Du zur Schule?

Gefällt Dir das Gebäude Deiner Schule?

Ist es alt oder neu?

Findest Du, dass die Ausstattung angemessen ist?

Fallen in Deiner Schule oft Stunden aus?

Warum?

Wirtschaft: Hier wird die Frage gestellt, wie das betreffende SDG die Wirtschaft in Deutschland beeinflusst.

Hat Deine Schule Beziehungen zu Unternehmen in der Region?

Hat Deine Schule „Schülerfirmen“, wo Du mitmachen kannst?

Innovation: Innovation ist ein zentraler Punkt für die nachhaltige Entwicklung einer Gesellschaft. Wobei hier ausdrücklich nicht nur technische Innovationen angesprochen werden, sondern auch die, welche die Gesellschaft und das Zusammenleben der Menschen betreffen. Die Corona-Krise hat eine Reihe von Fragen aufgeworfen, die Wirtschaft und Gesellschaft betreffen. Die Beseitigung von Defiziten bedarf innovativer Lösungen, die auch „gerecht“ für alle Beteiligten sein müssen.

Gibt es in Deiner Schule Arbeitsgemeinschaften zu Themen wie z.B. Chemie, Physik, Musik?

Kannst Du selbst eine Aktivität anstoßen?

Sind in der Pandemie neue Formen des Unterrichts entwickelt worden?

Hat es bei der Digitalisierung eine schnellere Umsetzung gegeben?