Verein zur Förderung der Wirtschaftskompetenz

im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) e.V.

 
 

9.2 Eine inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und bis 2030 den Anteil der Industrie an der Beschäftigung und am Bruttoinlandsprodukt entsprechend den nationalen Gegebenheiten erheblich steigern und den Anteil in den am wenigsten entwickelten Ländern verdoppeln

Dieses Ziel trifft für Deutschland in dieser Form nicht zu. Deutschland muss aber seine Industrie umwandeln, um nachhaltig zu werden.
Es gibt verschiedene Ansätze. Zum einen muss der Anteil erneuerbarer Energien stark steigen und Klimaneutralität erreicht werden. Eine Alternative zu fossilen Rohstoffen ist die Entwicklung der Wasserstofftechnologie. Dafür wurde eine Nationale Wasserstoffstrategie entwickelt. Zum anderen sind Potentiale aus der Energieeffizienzsteigerung zu heben.
Der Prozess wird als Energiewende bezeichnet.
Link: https://www.bmbf.de/bmbf/de/forschung/energiewende-und-nachhaltiges-wirtschaften/energiewende/energiewende_node.html


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„Grüner Wasserstoff“, das heißt Wasserstoff gewonnen mit Hydrolyse unter Verwendung von Strom aus erneuerbaren Quellen, ist ein wesentlicher Faktor für die Dekarbonisierung der Wirtschaft. Wasserstoff kann als Grundstoff in der chemischen Industrie oder als Brennstoff bei der Herstellung von Stahl eingesetzt werden.
Auf der Basis von Wasserstoff können auch synthetische Kraftstoffe hergestellt werden. Diese Kraftstoffe sind vor allem sinnvoll, wenn keine schwere Batterien für die Speicherung von Strom benutzt werden könne. Dies ist z.B. der Fall bei Langstreckenflügen. Dies ist heute noch nicht kommerziell möglich.
Allerdings können bereits heute solche Flüge mit Kerosin (Jet Treibstoff) aus organischen Abfällen wie z.B. gebrauchten Speiseöle stattfinden. Lufthansa flog an die 1.000 Flüge mit Biosprit. Das Projekt wurde beendet, weil es nicht genug Treibstoff gab.

Biosprit bei der Lufthansa. Link: https://www.dw.com/de/lufthansa-fliegt-nicht-mehr-mit-biosprit/a-15661164
Nationale Wasserstoffstrategie. Link: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/die-nationale-wasserstoffstrategie.pdf?__blob=publicationFile&v=20
Gewinnung von Wasserstoff. Verfahren. Link: https://www.enbw.com/unternehmen/eco-journal/wasserstoff-farben.html?gclid=Cj0KCQiA3fiPBhCCARIsAFQ8QzVDyxj16fMrrv67-PyTyKmHGQKnS9W8XFnAdjhHo9zLwM4TLazhwysaAgDdEALw_wcB
Einsatz von Wasserstoff in Deutschland. Link: https://www.enbw.com/unternehmen/eco-journal/wasserstoff-und-die-politik.html   

Für die Produktion von Wasserstoff und die Dekarbonisierung der Industrie werden erhebliche Mengen an erneuerbaren Energien benötigt. Allein die deutsche Chemie müsste ab 2040 eine Strommenge von 224 TWh jährlich beanspruchen (2018: 54 TWh). Dies entspricht in etwa der gesamten Menge erneuerbaren Stroms, die 2018 in Deutschland produziert wurde, beziehungsweise dem heutigen Stromverbrauch der gesamten deutschen Industrie.

Link: https://www.vci.de/services/publikationen/broschueren-faltblaetter/vci-dechema-futurecamp-studie-roadmap-2050-treibhausgasneutralitaet-chemieindustrie-deutschland-langfassung.jsp  

Die Bedingungen für die Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Quellen in Deutschland ist nicht optimal. Die Sonneneinstrahlung ist im Winter gering und somit die Effizienz der PV-Anlagen ebenso. Strom aus Wind, vor allem „off-shore“, ist eine ganzjährige Alternative. Allerdings muss dieser von der Küste in die industriellen Zentren gebracht werden. Hierzu sind erhebliche Investitionen in die Strominfrastruktur notwendig. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen und Stromtrassen müssen erheblich verkürzt werden. Alternativ kann der Wasserstoff direkt an der Küste erzeugt werden und über Pipelines oder das Erdgasnetz zu den Verbrauchern gebracht werden. Aber auch hierfür sind erhebliche Investitionen notwendig.
Link: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/energiewende/energie-transportieren/herzstueck-der-neuen-energieinfrastruktur-388588
Link: https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/wasserstoff-knackpunkt-transport-und-infrastruktur/